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Hintergrund-Informationen

 


Die Beurteilungskriterien 3. Auflage

Die dritte Auflage von „Urteilsbildung in der Fahreignungsbegutachtung - Beurteilungskriterien" ist im Oktober 2013 erschienen.

Die Beurteilungskriterien - Urteilsbildung in der Fahreignungsbegutachtung sind ein Katalog für die Begutachtung der Fahreignung (MPU). Sie werden gemeinsam von der Deutschen Gesellschaft für Verkehrspsychologie (DGVP) und der Deutschen Gesellschaft für Verkehrsmedizin (DGVM) herausgegeben. In ihnen wird wie in den  "Begutachtungs-Leitlinien" der Bundesanstalt für Straßenwesen beschrieben, welche Bedingungen man erfüllen muss, damit eine MPU positiv werden kann. Es handelt sich um verbindliche Regelungen. Das Buch in der dritten Auflage hat 364 Seiten!

Praktisch wichtig sind vor allem die Änderungen bei der Haarentnahme, die sogenannten CTU-Kriterien (Chemisch Toxikologische Untersuchung). Um den Abstinenzbeleg in einem Gutachten verwerten zu können, müssen bei den Laboranalysen forensische Bedingungen eingehalten werden, das heißt die Probengewinnung (Haar, Urin) darf nur durch speziell qualifiziere Ärzte und deren Mitarbeiter durchgeführt werden und das Labor, welches die Analyse durchführt, muss nach DIN ISO/IEC 17025 für forensische Zwecke nach den Standards der Gesellschaft für Toxikologische und Forensische Chemie (GTFCh) akkreditiert sein.

Die maximal zu untersuchende Haarlänge für Drogen wurde auf 6 cm reduziert. Das heißt, wenn man 1 Jahr Drogenabstinenz nachweisen muss, sind 2 Haaranalysen mit je 6 cm Haarlänge notwendig.

Bei Haaranalysen auf das Alkoholabbauprodukt Ethylglucuronid (EtG)bleibt die maximale Haarlänge bei 3 cm bestehen. Mithin sind, um eine Aussage über einen Abstinenzzeitraum bis zu einem Jahr treffen zu können, mehrere Untersuchungen im Abstand von jeweils drei Monaten erforderlich, da aufgrund der Abnahme der EtG-Konzentration im Zeitverlauf jeweils nur die kopfnahen 3 cm verwertbar sind. Da dies einem belegten Zeitraum von ca. 3 Monaten entspricht, sind somit für einen Abstinenzbeleg von 1 Jahr vier Kontrollen erforderlich.

Zukünftig werden gebleichte Haare generell nicht mehr im Rahmen der MPU/EtG akzeptiert.Körperhaare können im Rahmen der MPU auf Alkohol verwendet werden, jedoch nicht abschnittsweise. Zudem ist für den Nachweis von Ethylglucuronid die Verwendung von Achselhaaren unzulässig.

Zweite Auflage der Beurteilungskriterien

Durch die Bundesanstalt für Straßenwesen BASt wurde festgelegt, dass die zweite Auflage der Beurteilungskriterien ab dem 1. Juli 2009 von allen amtlich anerkannten Begutachtungsstellen in Deutschland bei ihren Fahreignungsbegutachten verbindlich anzuwenden ist. Das hat unmittelbare Auswirkungen für jeden, der wegen Alkohol oder Drogen mit einer MPU konfrontiert ist. Um seinen Drogenverzicht oder Verzicht auf jeglichen Konsum von alkoholischen Getränken nachzuweisen, sollten nur noch Urinkontrollen oder eine Haaranalyse auf EtG (Ethylglucuronid) verwendet werden. Eine Haaranalyse auf EtG ist jedoch nur für einen Zeitraum von 3 Monaten verwertbar. In der Regel ist vorgesehen, dass mindestens 4 unauffällige Urintests innerhalb von 6 Monaten bzw. mindestens 6 Urintests in 12 Monaten beigebracht werden. Die Urinabgabe im Rahmen eines Abstinenzkontrollprogramms erfolgt – nachvollziehbar dokumentiert – spätestens am Folgetag der Einbestellung (Anruf oder Posteingang entsprechend Vertrag zum Kontrollprogramm). Für die Analyse von Urin und Haar sollten ab dem 1.1.2010 nur noch Labors beauftragt werden, die zumindest bereits den Antrag auf Akkreditierung durch die Deutschen Akkreditierungsanstalt Chemie gestellt haben. Denn nur diese Labors können die geeigneten Belege ausstellen. Die Dokumentation der Leberwerte durch den Hausarzt genügt nicht mehr, ebensowenig kann allein die Vorlage unauffälliger Leberlaborbefunde eine Alkoholabstinenz belegen.

 

Änderungen der Fahrerlaubnis-Verordnung

Gesetzliche Änderungen in der Fahrerlaubnis-Verordnung haben neue Standarts für die Untersuchungsbehörden eingeführt. So sind z.B. in der Anlage 14 zu § 66 Abs. 2 FeV in der Fassung vom 01.07.2009 die Voraussetzungen für die amtliche Anerkennung als Begutachtungsstelle für Fahreignung geregelt. In der Anlage 15 zu § 11 Abs. 5, § 66 FeV in der neuen Fassung stehen die Grundsätze, nach denen eine Untersuchung durchzuführen ist. Gegenstand der Untersuchung ist nicht die gesamte Persönlichkeit des Betroffenen, sondern sind nur die Eigenschaften, Fähigkeiten und Verhaltensweisen, die für die Kraftfahrereignung von Bedeutung sind (Relevanz zur Kraftfahrereignung). Die Begutachtungsstellen für Fahreignung unterliegen nun einem Qualitätssicherungssystem, das durch die Bundesanstalt für Straßenwesen als neutrale Stelle überprüft wird. Inwieweit hieraus subjektive Rechte für die Betroffenen abgeleitet werden können, wird die zukünftige Judikatur zeigen.

Produktinformationen:

  •   Multimediales Lernprogramm zur medizinisch- psychologischen Prüfung
  •   © hergartenmedia 2017
  •   ISBN: 978-3-936822-42-7
  •   System: Ab Windows XP aufwärts bis Windows 10
  •    Nicht für Smartphone oder Tablet geeignet
  •    170 MB Speicherplatz erforderlich
  •   Preis: 69,95 € Portofrei
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